Kirchenkreisjugenddienst Uelzen

Hallo,

wir gehen davon aus, dass die Stellenauschreibung des KK Uelzen für einen / eine Diakon*in Sie hier hergeführt hat. Wunderbar. Sie scheinen interesiert zu sein.

Uns ist wichtig, nötige Informationen und Visionen deutlich zu machen. Deshalb haben wir uns gedacht, Auszüge aus dem Projektantrag zur Verfügung zu stellen.
Unsere Begeisterung für diese Stelle soll hier zum Ausdruck kommen. Die hier genannten Ideen sind Richtungsangaben und sollen vielmehr Möglichkeiten benennen und eben nicht einen Aufgabenkatalog beschreiben. Fragen oder etwas unklar ? Gerne schreiben oder anrufen. J
 

Scout 1.0 – Auszug aus Projektantrag

 

Beobachtung / Wahrnehmung / gefühlte Wahrheiten

Tradierte Formen von Kirche und Gemeinde nehmen ab und Kirchengemeinde und Kirche verlieren an Bedeutung.  Um auf diese Entwicklungen zu reagieren haben wir kaum ein Rezept. Und wenn, dann mit größten und umfangreichen Anstrengungen.

Die schwindende Akzeptanz gegenüber Kirche und Glauben, den wir ausmachen, erfordert "etwas" im weitesten Sinne. Abbrechende religiöse Sozialisation zerfällt in einer Geschwindigkeit dessen Folge für die Kirchengemeinde vor Ort und in der Region selbst kaum absehbar ist. In Hinblick auf die Kinder und Jugendlichen ist dies auch in der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung 5 deutlich zum Ausdruck gekommen, in der von erheblichen Traditionsabbrüchen und einem generationalem Abbruch subjektiver Religiosität die Rede ist.

Es ist Zeit, bewusst inne zu halten und neben den derzeitigen Angebotsformen mit der klassischen „Komm-Struktur“ unserer Angebote einen neuen Weg außergemeindlicher Arbeit einzuschlagen; dort Kirche zu bauen, wo die Menschen sind. Warten wir also nicht länger auf eine zündende Idee, sondern machen uns selbst, im wahrsten Sinne des Wortes, auf den Weg.

Unser Projekt: „Scout 1.0“

Ein Scout sucht bestimmte Orte auf und beobachtet, hört und sieht. Er erkennt und gewinnt ganzheitlich und umfassend Informationen und Hinweise. Um diese Dinge aufnehmen zu können, macht er sich auf den Weg, um in die Kultur und die Milieus der Kinder und Jugendlichen einzutauchen.

Er macht es wie Jesus: der Scout geht zu den Menschen und hört. Es braucht die Unterbrechung des Hörens als einen kreativen Prozess; wo wir neu wahrnehmen, was Menschen in unserm Kontext denken, was Menschen brauchen, obwohl sie das vielleicht nie einfordern würden, in diesem den Kindern und Jugendlichen „nah sein“ kommen schöpferisch neue Ideen und Handlungsperspektiven ans Licht.

Ziele und Strategie der Projektstelle „Scout 1.0“

Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt und ihren Milieus aktiv aufsuchen. Zusammen mit ihnen werden einfache und für sie stimmige kirchliche Sozialformen und religiöse Aktivitäten partizipativ entwickelt.

Die bisherige Kommstruktur (Angebotsstruktur) von Gemeinde und Region wird durch eine Gehstruktur ergänzt.

In Anlehnung an die Konzeptionen von 'Aktivgruppen' (ejw) und 'Fresh Expression of church' werden Möglichkeiten vor Ort erforscht und experimentell Räume geschaffen für einen missionarischen Aufbruch am Rand und außerhalb der binnenkirchlichen Kontexte.

Es wird in einem komplexen Gelände Neuland betreten und exemplarisch mit Kindern und Jugendlichen eine "Kirche der Zukunft" in der Region West des KK Uelzen erprobt.

Präsenzorte und Kontexte der Kinder und Jugendliche

-         Freizeitorte
-         „Orte, die wir noch nicht kennen“
-         Sekundäre Schulorte wie zum Beispiel: „Bushaltestelle, Marktplatz, Konzerte“
-         Schulen*
-         Soziale Medien

*Die Orte sind vor allem die Grundschulen Ebstorf und Wriedel, die OBS Ebstorf und die KGS Bad Bevensen, Konfirmandenarbeit in den Kirchengemeinden der Region West.

Ein wichtiger Grundsatz ist: Wir bewegen uns als Kirche, als Evangelische Jugend auf die jungen Menschen zu und warten nicht darauf, dass junge Menschen zu uns kommen. Nicht wir unterbreiten ein Angebot, sondern ermöglichen Freiräume zur Gestaltung mit den Talenten und Gaben der Zielgruppe. Wir wirken mit der Person des Scout´s . Der Scout taucht ein in das Milieu der Schulen und der Kinder- und Jugendkultur und sucht sie auf.

Konkretionen

Es wird eine klare Trennung zu der tradierten Jugend- und Gemeindearbeit vorhanden sein und nichts entwickelt oder angeboten, was schon im grundständigen Angebot der evangelischen Jugend zu finden ist.

Wenn es mit der Projektstelle „Scout 1.0“ um das Erforschen von Möglichkeiten geht und um ein innovatives Entwickeln von stimmigen kirchliche Sozialformen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen, dann sind die unten genannten Ideen lediglich „Ahnungen, wie es aussehen könnte“

1)      Ahnung:  „einfach da sein und nah sein, wo sie sind“, "nur“ einen Ort zum klönen, treffen, schnacken

2)      Ahnung: Kreative Impulse an ungewöhnlichen, überraschenden Orten

3)      Ahnung: Beispielsweise Mobile Kirche auf dem Schulweg

4)      Ahnung: Beispielsweise Bushaltestelle-Cafe

5)      Anknüpfen an eine „ich wollte schon immer mal“-Dynamik; Begeisterung und Ideenpotential der Jugendlichen wahrnehmen und ihnen Möglichkeit geben, ihre Träume umzusetzen

6)      „Risikoprojekte“ entwickeln (es darf scheitern)

7)      Verbindungen zwischen Region und Projektstelle könnte dieser Ansatz verfolgen:

•          KU-Modelle entwickeln, in denen der Ort MZ für die Region wirken kann. Beispielsweise müssen die Konfigruppen an bestimmten Tagen 3-5x im Jahr Module im MZ wählen. Ebenso die Module aber auch vor Ort anbieten jeweils in Zusammenarbeit mit der Hausgemeinde.

•          In Absprache mit Schule aufsuchende Arbeit in Pausen und Begleitung von Klassenfahrten anbieten, musikalische Arbeit aufsuchenden Charakter in Schule, Theaterarbeit.

Unsere Leitsätze sind:

Wir nutzen unsere neu gefundenen und gehörten Informationen unter folgender Fragestellung:

-         Was geschieht hier?

-         Wie sollen wir darauf reagieren?

-         Wie können wir dafür sorgen, dass es geschieht?

-         Wie wird das Ergebnis aussehen?

 

Die Grundidee des Projektes steht und ist auf 5 Jahre angelegt. Wir stehen am Anfang und wollen uns auf den Weg machen. Beratungs- und Begleitungsbedarf ist unbedingt nötig und wird im Rahmen des Projektes möglich gemacht.

Kooperation

Eine einzurichtende Projektstelle benötigt Attraktivität für potentielle Bewerber und Bewerberinnen. Dazu gehört eine Ausschreibung mit dem Umfang einer ganzen Stelle. Zu diesem Zweck bietet sich eine Kombination mit einer 50%Diakon*innenstelle im Missionarischen Zentrum Hanstedt an. Die Kopperation ermöglicht einen Dienstort für die Region und dient vor allem als geistige Heimat für den Stelleninhaber*in. Er/ Sie nimmt Aufgaben im alltäglichen MZ-Geschäft wahr und erhält somit "geistige Nahrung und Heimat." Der Spirit, der von diesem Ort ausgeht, soll und wird exemplarisch in die Kinder- und Jugendarbeit in der Region West des Kirchenkreises ausstrahlen. Zudem ist die gewachsene Infrastruktur, die Hausgemeinde und die vielfältigen Kontakte und Netzwerke eine gute Grundlage für das weitere Handeln im zweiten Wirkungsort als "Scout". So ergibt sich bei klarer Trennung der jeweiligen 50 % Stellen im Blick auf ihre Aufgabenprofile ein Mehrwert in der Kombination in Form einer ganzen Stelle für beide Profile und Anstellungsträger.